
Von Manfred Völkl / Eichstätter Kurier
Gammersfeld – Die Obmänner der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Eichstätt haben sich in Gammersfeld zu ihrer jährlichen praxisnahen Fortbildung getroffen. Im Mittelpunkt stand dabei sowohl die Arbeitssicherheit als auch die ökologische Zukunft der heimischen Wälder.
Der Vorsitzende der FBG Eichstätt, Johann Stadler, gab den Teilnehmern zunächst einen Überblick über das neue Marteloskop, über das wir bereits berichteten. Im ersten Teil der Veranstaltung stand eine Sicherheitsschulung zum Einsatz von Seilwinden auf dem Programm. Diese Geräte seien im Forstbetrieb unverzichtbar, bergen bei unsachgemäßer Anwendung aber erhebliche Risiken. Zwei Fachausbilder der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG), unter der Leitung von Jürgen Bauernfeind, erläuterten im Wald die richtige Handhabung, Wartung und Sicherung der Seilwinden sowie den korrekten Einsatz bei Holzerntearbeiten und Geländetransporten. Die Obmänner bekamen sowohl theoretisches Wissen als auch dessen umgehende praktische Umsetzung gezeigt. Der Waldunfall letzte Woche in Dollnstein zeige, wie wichtig Sicherungsschulungen diesbezüglich seien, betonte Stadler.
Im zweiten Teil widmeten sich die Teilnehmer dem Thema „Mischwald der Zukunft“. Unter fachkundiger Leitung der Försterinnen Rebeka Thurner und Stefanie Eder sowie der Förster Thomas Frey und Thomas Roßmann wurde darüber diskutiert, wie die Wälder der Region an den Klimawandel angepasst werden können. Klar wurde: Reine Monokulturen wie unsere Fichten- oder Buchenbestände gehören der Vergangenheit an. Stattdessen sollen künftig stabile Mischwälder entstehen, die verschiedenen Baumarten Raum bieten und so besser auf Trockenheit, Sturm und Schädlingsbefall reagieren können. Hierzu wurden konkrete Beispiele im Wald gezeigt und erläutert.
So wurde beispielsweise ein bisher reiner Buchenwald gezeigt, der sich ganz natürlich so entwickelt hatte. In diesem wurden in den letzten Jahren bewusst verschiedene Baumarten wie Tanne, Douglasie, Lärche und Hybridlärche angepflanzt. Hybridlärchen sind eine Züchtung aus heimischer und japanischer Lärche. Den Obmännern wurde gezeigt, wann und wie Altbestände zu entfernen sind und welche Pflege die einzelnen Baumarten benötigen, damit sie zu kräftigen Bäumen heranwachsen können. Dabei zeigte sich, dass Douglasien und Lärchen in der Entwicklung ziemlich empfindlich sein können, wenn die äußeren Rahmenbedingungen nicht genau stimmen. Beide benötigen sehr viel Licht und Platz.
Eine zentrale Rolle in diesem Wandel spielen die Obmänner der FBG. Sie sind die Ansprechpartner für die privaten Waldbesitzer in ihren jeweiligen Betreuungsgebieten, koordinieren Maßnahmen, geben fachliche Informationen weiter und fördern die Zusammenarbeit unter den Mitgliedern. Zudem unterstützen sie die Umsetzung nachhaltiger Forstkonzepte, beraten bei Aufforstungsprojekten und achten auf die Einhaltung von Sicherheitsstandards im Wald. „Unsere Obmänner sind das Bindeglied zwischen Waldbesitzern, Forstverwaltung und der FBG“, betonte FBG-Vorsitzender Johann Stadler. „Mit ihrem Engagement tragen sie entscheidend dazu bei, dass unsere Wälder nicht nur wirtschaftlich genutzt, sondern auch ökologisch erhalten werden.“ Zu den eher unüblichen Aufgaben, welche die Obmänner übernehmen, gehört das Austragen der Mitgliederzeitschrift der FBG Eichstätt. Sie bringen die Zeitschrift dreimal im Jahr selbst zu den Mitgliedern.
Zur derzeitigen guten Entwicklung der Holzpreise konnte Johann Stadler nur Positives berichten. Außerdem stellten sich in der Runde noch die neue Revierförsterin für Mörnsheim, Rebeka Thurner, und der neue Revierförster für Kinding, Thomas Roßmann, den Obmännern vor. Nach einem regen Erfahrungsaustausch endete der Fortbildungstag mit dem gemeinsamen Ziel, die Wälder im Landkreis Eichstätt zukunftsfähig zu gestalten.