Mit einem voll besetzten Bus machte sich eine Reisegruppe aus dem Landkreis Eichstätt auf den Weg zum Submissionsplatz in Bopfingen. Der Vorstand der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Eichstätt, Johann Stadler, begrüßte die Teilnehmer – darunter auch Mitglieder der FBG Pappenheim – bereits während der Anreise und stimmte sie auf einen informativen Tag rund um den Holzmarkt ein.
Auf dem Submissionsplatz nahe Michelsfeld bot sich den Besuchern ein beeindruckendes Bild: Mächtige Baumstämme lagen sorgfältig vermessen, nummeriert und aufgereiht – darunter auch Holz aus den
Wäldern beider Forstbetriebsgemeinschaften.
Die Wertholzsubmission gilt als eine der bedeutendsten Veranstaltungen dieser Art in Süddeutschland und ist einwichtiger Treffpunkt für Käufer aus ganz Europa. Der Verkauf erfolgt nicht im klassischen Auktionsverfahren, sondern über ein Submissionsverfahren mit verdeckten Geboten.
Über mehrere Wochen können Interessenten die Stämme vor Ort begutachten und anschließend schriftliche Angebote abgeben.
Am festgelegten Termin entscheidet das Höchstgebot über den Zuschlag. Angeboten wird ausschließlich qualitätsvolles Wertholz, insbesondere starke Eichenstämmemit feiner Struktur, die später etwa zu Möbel-
Furnieren oder Weinfässern verarbeitet werden. Auch seltenere Baumarten finden regelmäßig Käufer.
Mehrere tausend Festmeter Holz jährlich Seit ihrer Einführung Mitte der 1990er-Jahre hat sich die Submission zu einem festen Termin im Forstkalender entwickelt.
Jährlich werden mehrere tausend Festmeter Holzvermarktet – für Waldbesitzer eine wichtige Möglichkeit, besonderswertvolle Einzelstämme zu Spitzenpreisen zu verkaufen.
Obwohl die Forstbetriebsgemeinschaften Eichstätt und Pappenheim auf Exkursion in Bopfingen und Polsingen Submission bereits abgeschlossen war, lagen die bereits verkauften Stämme noch auf der weitläufigen Fläche gestapelt und warten auf ihren Abtransport – ein eindrucksvoller Anblick für die Besuchergruppe.
Im Rahmen einer zweistündigen Exkursion erläuterte Auktionsleiter Wolfgang Müller die Besonderheiten der angebotenen Holzarten sowie die erzielten Preise. Traditionell richtet sich dabei besondere Aufmerksamkeit auf die sogenannte „Braut“, den teuersten Stamm der Saison. In diesem Jahr erzielte eine Eiche mit mehr als 2000 Euro pro Festmeter den Spitzenwert.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen führte die Exkursion weiter zur Lacker Nature in Polsingen – einem Sägewerk mit besonderer Spezialisierung auf die Laubhölzer Eiche und Buche. Das Unternehmen
ist einer der Abnehmer der FBG für Buchenholz.
Auf der Fahrt informierte Stadler über die aktuelle Marktlage: Während Fichtenholz derzeit Höchstpreise erzielt und stark nachgefragt ist, befindet sich der Buchenmarkt in einer schwierigen Phase. Hauptabnehmer
ist die Möbelindustrie, deren Bedarf infolge zurückhaltender Konsumausgaben deutlich gesunken ist. Umso wichtiger sei die weiterhin stabile Nachfrage durch Lacker. Der Firmenchef WillibaldLacker begrüßte die Gäste persönlich und führte sie durch den Betrieb sowie durch einen weiteren Standort in Wemding.
Nicht jeder Käfer zerstört das Holz In Polsingen werden aus Eiche und Buche unter anderem Bahnschwellen gefertigt, die nach wie vor in vielen Streckenabschnitten – etwa in Tunneln oder Steigungsbereichen – unverzichtbar sind. Verarbeitet wird dort gezielt auch käfergeschädigtes Holz. Während der Führung erklärte Lacker, dass der Klimawandel zunehmend Spuren in heimischen Wäldern hinterlasse. Der Befall durch
Eichenkernkäfer verändere zwar das Erscheinungsbild des Holzes, nicht jedoch seine technischen Eigenschaften.DasTraditionssägewerk, insechsterGeneration von ihm geführt, setze bewusst auf die Nutzung dieses sogenannten Kalamitätsholzes und wolle dessen Qualität stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken. Natürlich gezeichnetes Holz sei kein Makel, sondern Ausdruck von Herkunft und Wandel.
Dass die Politik jetzt auf einmal Bahnschwellen aus Plastik favorisiert, hält Lacker für bedenklich:
„Wer in einem Land voller Eichen Beton- oder gar Kunststoff-Bahnschwellen verbaut, hat den Wald vor lauter Politik nicht gesehen.“ Mit dieser Aschermittwochs-Botschaft bringt Lacker die aktuelle Debatte um die Nutzung von heimischem Laubholz auf den Punkt. „Wir stehen momentan im direkten Austausch mit Hubert Aiwanger“, so Lacker weiter.
Auf der Rückfahrt sensibilisierteStadler dieTeilnehmer zu dem für derzeit auftretende unseriöse Holzhändler. Diese böten zwar teils höhere Preise, verwendeten jedoch Messmethoden, die für Verkäufer nachteilig
seien, die letztendlich weniger Ertrag einbrächten. Ein genauer Blick auf Vertragsbedingungen bleibe daher unerlässlich.
Ein Artikel aus dem EK