Preise unter Druck - Keine Frischeinschläge
Zurzeit gibt es auf dem Holzmarkt große Unsicherheit. Tatsache ist, dass das Preisangebot mancher Großsägewerke absolut inakzeptabel ist. So gestalteten sich die Preisverhandlungen in den letzten Tagen außerordentlich schwierig und die Stimmung war alles andere als gelöst. Mit dazu beigetragen haben die im Vorfeld veröffentlichten Preise, die zu großen Verunsicherungen und Irritationen innerhalb der forstlichen Zusammenschlüsse geführt haben. Zudem herrschte auf Seiten der Waldbesitzer große Angst, dass durch die extrem warme und trockene Witterung im Frühjahr der Borkenkäfer große Schäden anrichtet.
Die meisten unserer Abnehmer haben sich jedoch partnerschaftlich verhalten und die Verträge erfüllt.
Bei manchen Sägewerken wird wieder ersichtlich, dass die viel beschworenen Allianzen und Partnerschaften zwischen den Waldbesitzern und der Sägeindustrie zur Holzmobilisierung im vergangenen Jahr, wo die Nachfrage groß und die Versorgung gering war, oft nur leere Worte beinhalten und wertlos sind. Die von uns immer wieder geforderte Holzmobilisierung hat zu einem enorm hohen Holzeinschlag geführt, unterstützt durch die guten Preise. Es müsste eigentlich für die Käufer verpflichtend sein, das unter Vertrag stehende Holz zügig abzunehmen. Stattdessen versorgten sich einige Werke mit Sturmholz aus den Schadgebieten in der Meinung, dieses sei billig, ohne die Frachten zu berücksichtigen. Dabei kam es beim Abtransport zu enorm hohen Wartezeiten in den Werken, nicht selten mussten unsere Fuhrleute bis zu 4 Stunden Wartezeit aufbringen. Damit ist auch die zögerliche Abfuhr in den letzten Wochen begründet. Damit der Transport rasch vonstatten ging, wurden ca. 4.500 fm frisches Holz auf dem Gelände der Fa. Binder gelagert, die Abrechnung erfolgte bereits in den letzten Tagen, ebenso werden die Zahlungen in den nächsten Tagen erfolgen. Danke für Ihre Geduld.
Uns erreichen verstärkt Meldungen der Sägewerke, die zum Inhalt haben, dass die Werke bis zur äußersten Kapazität mit Holz gefüllt sind, und zwar sowohl im Rundholz- als auch im Schnitt und Restholzbereich. In den letzten Wochen wurden die Werke sogar kurzfristig geschlossen und die Anfuhr gestoppt.
Baukonjunktur unbefriedigend.
Nachdem der Aufschwung der deutschen Wirtschaft weiter anhält, bleibt die deutsche Baukonjunktur ein Sorgenkind. Die deutsche Baukonjunktur leidet derzeit unter einer Nachfrageschwäche. Wie aus dem bayerischen Zimmerer- und Holzbaugewerbe zu erfahren ist, haben sich die Auftragsbestände von durchschnittlich neun auf sieben Wochen verringert.
Der Rundholzmarkt:
Der Holzmarkt ist in Bayern, aber auch in den angrenzenden Ländern wie Österreich und Tschechien momentan durch ein Überangebot beim Nadelholz geprägt. Grund hierfür sind die hohen Sturmholzmengen durch den Sturm Kyrill. Wie bereits im letzten Mitteilungsblatt berichtet, waren die Holzmengen beträchtlich, zudem wurden die Schäden unterschätzt.
Aktuelle Schätzungen gehen in Deutschland von nahezu 33 Millionen fm Sturmholz aus, so dass Kyrill fast an das Ausmaß des Sturms Lothar vom 1999 mit 34 Millionen fm heranreicht.
Erfreulich, so können wir Ihnen heute mitteilen ist, dass sowohl der gesamte Normaleinschlag als auch das nicht in unerheblichen Mengen angefallene Sturmholz zu guten Preisen abgerechnet werden konnte. Dies war nur unter großen Kraftanstrengungen möglich. Die großen Turbulenzen, die dabei bewältigt werden mussten, waren vielen unserer Mitglieder nicht bewusst.
In diesem Zusammenhang danken wir allen unseren Mitgliedern für das Verständnis, dass Sie uns in dieser schwierigen Situation entgegengebracht haben. Für die langen Wartezeiten bei der Abrechnung wurden Sie, liebe Mitglieder, durch die guten Preise entlohnt.
Preise:
Durch unsere gute Marktposition konnten wir gemeinsam mit unseren Logogemeinschaftspartnern wiederum im Vergleich zum übrigen Markt höhere Preise erzielen:
Als Richtwerte gelten folgende Preise:
Preise für Käferholz liegen zwischen 15 – 20 Euro unter den Frischholzpreisen. Entscheidend ist die Qualität. Daher Käferholz sofort aufarbeiten und unverzüglich bei der Geschäftsstelle melden. Frisch befallenes und rechtzeitig ins Werk geliefertes Holz wird als Frischholz sortiert.
Aushaltung:
Käferholz ist grundsätzlich zu Fixlängen 5 m plus 10 cm Übermaß aufzuarbeiten. Gilt für Kleinmengen. Kleinmengen sind Mengen unter 20 fm
Käferholz sofort aus dem Wald auf Lagerplätze bringen.
Käferholz soll bei größeren Mengen als Langholz ausgehalten werden und erzielt teilweise einen höheren Preis. Mengen: LKW Ladung 25- 30 fm. Falls in einer Waldstrasse mehrere Waldbesitzer Käferholz einschlagen, ist es ebenfalls möglich Langholz auszuhalten.
Fazit:
Wir bitten Sie aus der derzeitigen Marktsituation heraus am Holzmarkt Disziplin zu zeigen und keine zusätzlichen Einschläge von Frischholz zu planen oder durchzuführen. Mit marktgerechten Verhalten tragen Sie, liebe Mitglieder, auch dazu bei, dem Preisverfall entgegenzuwirken.
Es ist zu erwarten, dass sich die Lage im Herbst wieder stabilisiert. Holz ist in Zukunft ein wichtiger Rohstoff. Alle Zeichen dafür sind positiv.
Notwendig ist dabei, dass wir unsere Solidargemeinschaft nicht verlieren und weiterhin durch die gemeinsame Vermarktung ein ernst zu nehmender Marktpartner bleiben. Um es klar auszudrücken. Wer sein Holz anderweitig verkauft, schadet nicht nur sich selbst, sondern auch seine Berufskollegen. Auch im abgelaufenen Jahr so können wir feststellen, erzielten alle Waldbesitzer die Ihr Holz über die Forstbetriebsgemeinschaft vermarkteten, höhere Erlöse als durch den Verkauf durch den Handel.
Wir freuen uns darüber.
G. Husterer
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